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Klarer Kurs mit dem BerufsNavigator
Geschrieben am Mittwoch, 27. Januar 2010 @ 18:19:13 von Dettke

Wohin soll es gehen nach der Schule?

BerufsNavigatorRahden. Nur sechs zaghafte Finger heben sich, als Sascha Hiller, Geschäftsstellenleiter der Volksbank Rahden, die rund 70 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen der Hauptschule Rahden fragt "Habt ihr schon klare Vorstellungen von eurem zukünftigen Beruf?"

Nicht Unwissen oder Interesselosigkeit sind der Grund für eine solch magere Rückmeldung, sondern vielmehr der sich vor den jungen Leuten auftürmende Berg von heutigen Ausbildungsberufen und die Unsicherheit darüber, ob sie mit ihren Fähigkeiten den Erwartungen ihrer späteren Ausbildungsbetriebe auch entsprechen. "Wir verfolgen an der Hauptschule Rahden seit Jahren ein gut durchdachtes Konzept der Berufswahlvorbereitung, das unsere Schülerinnen und Schüler schon ab dem achten Schuljahr unmittelbar in die Welt der Arbeit einführt", unterstreicht Ursula Ester-Hartke, Beratungslehrerin an der Hauptschule, das Ziel ihrer Tätigkeit. Dabei sucht sie immer nach neuen Werkzeugen und Hilfsmitteln, die sie bei dieser Aufgabe unterstützen können. >>

Das Gerät, mit dem alles beginnt BerufsNavigator
Das Gerät, mit dem alles beginnt

Pressetext und Fotos © Arndt Dettke, HS Rahden weltweit
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Fortsetzung

Konzentrierte Schularbeit bei denjenigen, die noch nicht dran sind
Konzentrierte Schularbeit bei denjenigen, die noch nicht dran sind

Eins dieser Werkzeuge kommt heute zum Einsatz: der BerufsNavigator. Es handelt sich dabei um ein von Psychologen und Personalexperten der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität entwickeltes, von Software unterstütztes Verfahren zur Ermittlung persönlicher Stärken. Es setzt auf das vertrauensvolle Verhältnis, das Freunde untereinander haben. Schüler, die sich gut kennen, finden sich in Kleingruppen zusammen und schätzen sich gegenseitig ein. Auf einer Skala von 1 bis 7 geben sie an, wie stark sie die anderen in der Gruppe in 50 ausgewählten Eigenschaften erleben.

Eine Gruppe bei der Erfassung der Daten
Eine Gruppe bei der Erfassung der Daten

Ein Beratungsergebnis: die BerufelisteAus Eigeneinschätzung und aus der Bewertung der Freunde entsteht durch das Programm ein persönliches Stärkenprofil, also eine klare Darstellung aller Fähigkeiten, die beim jeweiligen Schüler besonders ausgeprägt sind. Anhand dieser Stärkenprofile erstellt der BerufsNavigator im nächsten Schritt eine Vorschlagsliste von zehn Berufen, bei denen diese Fähigkeiten eine große Rolle spielen. Abschließend findet mit jeder Schülerin und jedem Schüler ein einstündiges Beratungsgespräch mit einem Personalexperten statt (heute u.a. mit Frau Birgitt Hafer und Herrn Henning von Eichel-Streiber von der Firma Kolbus). "Das klingt so einleuchtend und wirkungsvoll, dass die Volksbanken – zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit – die Kosten von 300.000 Euro für die rund 3500 Schüler der Klassen 9 bis 12 im Kreis gerne auf sich nehmen", begründet Bernhard Plohr, Vorstand der Volksbank Lübbecker Land eG, sein Engagement.

Schülerin Franziska Kopke: "Interessant finde ich, dass mir Berufe genannt wurden, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Das bringt mich weiter!" Sie sieht sich durch das vom Computer errechnete Profil gut getroffen – ein Zeichen für die Nützlichkeit des BerufsNavigators.

Am Nachmittag hat sich aus den sechs unsicheren Meldungen vom Einführungsvortrag am Morgen eine große Zahl Entschlossener entwickelt. Ein erfolgreicher Tag an der Hauptschule Rahden!


Einweisung in die Bewertungsphase am Anfang des Verfahrens
Links im Bild: Jutta Kittner (BerufsNavigator GmbH) und Bernhard Plohr (Volksbank Lübbecker Land eG)