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Sie lebten mitten unter uns

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(Auszug aus dem Inhalt)Cover unserer Broschüre (DIN-A4-Format)

Vorwort

Am 27. Januar 1995 wurde zum 50. Mal an die Befreiung der Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert. Nicht nur im Zusammenhang mit der Diskussion um den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch im Geschichtsunterricht konnte ich immer wieder hören: "Hier in Rahden sollen doch auch Juden gelebt haben."

Anlass genug, sich während der Projekttage im Juni 1995 an das Projekt "Spurensuche - Juden in Rahden" heranzuwagen. Die Auswertung von Quellen sowie die Erkundung der Innenstadt Rahdens und des jüdischen Friedhofs in Alt-Espelkamp standen auf dem "Stundenplan". Im Juli 1995 stellten die 15 Schülerinnen unserer ersten Geschichtswerkstatt ihre Ergebnisse in einer vielbeachteten Ausstellung der Öffentlichkeit vor und erhielten positiven Zuspruch, die Spurensuche fortzusetzen.

Für das Schuljahr 1995/1996 bildete sich eine neue Gruppe aus 12 Schülerinnen. Die Mädchen beschäftigten sich intensiv mit dem jüdischen Friedhof, befragten Zeitzeugen, korrespondierten mit vielen Archiven in der Bundesrepublik, entdeckten neue Spuren und verfolgten sie. Abschließend fügten wir, die Schülerinnen und ich, alles wie in einem Puzzle zusammen. Die Ergebnisse unserer Spurensuche werden in diesem Heft vorgestellt.

Es ist ein Geschichtsbuch mit vorwiegend lokalem Bezug, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Wissenschaftlichkeit. Wir wollten vielmehr die von uns entdeckten Dokumente für Schüler aufbereiten.

Wir dokumentieren, dass in Rahden schon seit Jahrhunderten Juden gelebt haben. Zur Zeit des Nationalsozialismus erfuhren sie auch in unserer Gemeinde Leid, sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben, deportiert und schließlich ermordet. Was wir während unserer Arbeit deutlich erkannten, drückt der Titel dieses Büchleins aus:

Sie lebten mitten unter uns!

Wir wollen auch Erinnerungsarbeit leisten, dieses Kapitel unserer Geschichte dem Vergessen entreißen und der jüdischen Bürger Rahdens gedenken.

[...]

Ursula Ester-Hartke

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